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Wie windbeständig sind geschlossene Dachlamellen?

Geschlossene Lamellen sind bei starkem Wind nicht immer richtig. So prüfen Sie Windangaben, Montagebedingungen und die Anleitung Ihres Modells.

Lesezeit: 4 min foravida

Für geschlossene Dachlamellen gibt es keine allgemeine Windgrenze. Wie viel Wind Ihr Lamellendach verträgt, hängt vom genauen Modell, den Abmessungen, der Montage und der vorgeschriebenen Lamellenstellung ab. Ein geschlossenes Dach ist deshalb bei Sturm nicht automatisch die sicherste Einstellung. Prüfen Sie die zugehörige Anleitung, bevor Sie eine Windangabe aus der Produktbeschreibung als Grenze für die Nutzung verstehen.

Bild: technische Produktvisualisierung geschlossener Lamellen aus der ForaVida-Mediathek. Der Querschnitt veranschaulicht den Aufbau; er zeigt keinen Windversuch und belegt keine zulässige Belastung.

Was bedeutet eine angegebene Windgeschwindigkeit?

Ein Wert in km/h hilft nur, wenn die zugehörige Ausführung und die Bedingungen bekannt sind. Unterscheiden Sie die Widerstandsfähigkeit der Konstruktion, die zulässige Nutzung und die Bedingungen, unter denen sich die Lamellen noch verstellen lassen. Diese drei Fragen haben nicht zwangsläufig dieselbe Antwort.

Ein konkretes Beispiel: Die englische Anleitung für Intro 3 × 4 nennt auf Seite 3 eine Widerstandsfähigkeit bis 100 km/h, empfiehlt dort aber zugleich, die Lamellen bei starkem Wind offen zu lassen. Sie warnt außerdem vor der Nutzung bei extremem Wetter. Daraus lässt sich keine allgemeine Freigabe ableiten, geschlossene Dachlamellen bis 100 km/h zu nutzen. Lassen Sie bestätigen, welche Anleitung und Bedingungen für Ihre gelieferte Ausführung gelten.

Sind geschlossene Lamellen stabiler als offene?

Das lässt sich am Aussehen des Dachs nicht erkennen. Lamellen, Drehpunkte, Verbindungen, Träger, Pfosten und Befestigung bilden gemeinsam das System. Eng aneinanderliegende Lamellen beweisen weder, dass das Dach wie eine starre Platte wirkt, noch dass der Wind keine Angriffsfläche hat.

Auch das Material allein erlaubt keine zuverlässige Rangfolge. Vergleichen Sie Lamellendächer und feste Dächer anhand der belegten Eigenschaften ihrer vollständigen Ausführung. Eine Einordnung verschiedener Dachsysteme finden Sie im Artikel Welche Terrassenüberdachung hält Sturm stand?

Fünf Fragen zu einer Windangabe

  1. Welche Ausführung wurde beurteilt? Halten Sie Modell, Breite, Tiefe, Höhe und gegebenenfalls Modellversion fest. Ein Wert für eine andere Größe bestätigt nicht die Eignung Ihres Dachs.
  2. Für welche Lamellenstellung gilt die Angabe? Fragen Sie getrennt nach der Stellung bei starkem Wind und nach der Grenze für das Verstellen der Lamellen.
  3. Welche Montage wird vorausgesetzt? Lassen Sie Untergrund, Fundament, Befestigungsmittel und Aufstellung anhand der Modellanleitung prüfen. Ein freistehendes Modell zusätzlich an einer Wand zu befestigen ist keine nachgewiesene Verbesserung.
  4. Sind Seitenwände und Screens berücksichtigt? Nennen Sie die vorhandenen Optionen und deren Nutzung. Klären Sie, ob die Angabe für genau diese Kombination gilt.
  5. Passt der Nachweis zum Standort? Sprechen Sie eine freie Fläche, Küstenlage, Dachterrasse oder eine Ecke zwischen Gebäuden ausdrücklich an. Lassen Sie die konkrete Situation bei Zweifeln beurteilen.

Bitten Sie um das zugehörige Dokument und die Nutzungsbedingungen, nicht nur um eine Zahl. Fehlt diese Erklärung, lässt sich die Eignung geschlossener Lamellen für Ihre Terrasse noch nicht zuverlässig beurteilen.

Mittlerer Wind und Böen sind unterschiedliche Angaben

Der Deutsche Wetterdienst unterscheidet Mittelwind und Windspitzen: Für den Mittelwind wird üblicherweise ein Zeitraum von zehn Minuten betrachtet; Böen beschreiben kurzfristige Abweichungen. Vergleichen Sie eine vorhergesagte Windstärke deshalb nicht ohne Erläuterung mit einem Produktwert in km/h. Fragen Sie, ob die Angabe mittleren Wind, Böen oder eine bestimmte Prüfbedingung meint.

Welche Stellung ist bei starkem Wind richtig?

Befolgen Sie die Vorgaben für Ihr Modell und die gegebenenfalls vorhandene Steuerung. Eine allgemeine Regel wie „ab Windstärke 6 immer schließen“ ist ungeeignet. Setzen Sie auch keinen automatischen Schutz voraus: Regensensor, Windfunktion und Motorbedienung sind unterschiedliche Funktionen, deren Verfügbarkeit und Einstellungen von der Ausführung abhängen.

Klären Sie die Bedienung rechtzeitig vor schlechtem Wetter. Ist die richtige Stellung unklar, holen Sie vorher Rat ein und nutzen Sie die Überdachung während eines Sturms nicht als Schutzraum. Erzwingen Sie keine Bewegung bei blockiertem Mechanismus. Für die Vorbereitung der Umgebung und die Kontrolle danach lesen Sie den gesonderten Beitrag zur Sturmvorbereitung einer Veranda.

Die passende Ausführung und Anleitung prüfen

Vergleichen Sie die verfügbaren Lamellendächer mit der passenden Montage- und Bedienungsanleitung. Die Lamellendach-Anleitungen sind derzeit auf Englisch verfügbar. Halten Sie für eine Anfrage an ForaVida Modell oder Bestellnummer, Abmessungen, ein Foto der Aufstellung und Angaben zu Seitenwänden bereit. Über unseren Kontakt können Sie klären lassen, welche Unterlagen und Bedienhinweise zu Ihrer Ausführung gehören.

Produkt zusammenstellen

Stellen Sie Ihre Überdachung oder Glasschiebewand zusammen. Informieren Sie sich je Modell über Materialien, Ausführung und Produktspezifikationen.

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